Penzance

Mittwoch 1. Juli 2015

Map-PenzanceNach dem guten Frühstück packen wir das Gepäck ins Auto und verlassen Torquay in Richtung Penzance. Wir machen aber noch einen Umweg durch das Dartmoor. Das Dartmoor ist nicht etwa ein Moorgebiet, sondern eine eher karge Gegend bedeckt mit Heidekraut, Farn, niedrigen Sträuchern, Trockenwiesen und dazwischen Granit-Blöcke und -Felsen. Für südenglische Verhältnisse ist es mit über 600m eher hoch gelegen. Überall weiden Schafe, Dartmoor-Ponies und ab und zu dartmoorRinder. Die ganze Gegendartmoor_2d ist nicht eingezäunt, die Tiere laufen frei herum. Man muss beim Autofahren aufpassen und gelegentlich auch ausweichen.

 

 

Weiter geht es nach Plymouth, um ein weiteres Werk von I.K.Brunel (siehe Bericht aus Bristol) zu besichtigen. Es ist die Royal Albert Bridge, eine Eisenbahnbrücke aus dem Jahre 1859. Speziell daran ist, dass die tragende Struktur aus zwei Röhren besteht.royal_albert_bridge

Gegen Abend erreichen wir unser Hotel in Penzance. Wo nun das Chaos beginnt:
Der Lehrling gibt uns den Schlüssel für das Zimmer Nr.19. Wir schleppen unser Gepäck in dieses Zimmer (2. Stock, kein Lift). Dieses Zimmer ist schön gross. Ein Blick ins Badezimmer zeigt aber eine alte Badewanne, leider ohne Brause. Weil es in England immer zwei getrennte Wasserhahnen für kalt und warm Wasser gibt, wäre es auch nicht möglich, dort die Haare zu waschen. Wir haben aber ein Zimmer mit Dusche reserviert, deshalb gehen wir zurück zum Empfang. Dort ist mittlerweile eine grössere Gruppe eingetroffen, und jetzt beginnt das Durcheinander:
Unser Zimmer wäre eigentlich Nr.24 gewesen, aber der Schlüssel dafür ist nicht auffindbar. Nr.19 bekommt jetzt jemand aus der Gruppe mit fast gleichem Namen wie wir. Also muss das Gebäck wieder  aus Nr.19 raus, aber noch nicht in Nr.24 (3. Stock) rein. Ein Schlüssel wird erst nach 20 Minuten gefunden. Wir können erschöpft endlich auch unser Zimmer beziehen: kleiner, dafür mit Dusche und gebuchtem Meerblick.

Das Nachtessen ist ausgezeichnet im Pub Turk’s Head, angeblich das älteste Pub der Stadt.

 

Donnerstag 2. Juli 2015

In diesem Gebiet von Cornwall hat es sehr viele Prähistorische Objekte. Obwohl es leicht nieselt, fahren wir von Penzance ins Landesinnere. Nach einer kleinen zusätzlichen Wanderung erreichen wir den men_an_tolMên an Tol, ein einzigartiger Hinkelstein mit einem schönen runden Loch von ca. 60cm Durchmesser. Man vermutet, das dieser Stein aus der Bronzezeit stammt, weiss aber nicht, wozu er gebraucht wurde. Unterdessen scheint schon wieder die Sonne und ein paar freilaufende Ponys finden sich auch schon ein. Es ist sehr idyllisch.

 

In der Nähe hat es eine zweite Stätte: Die erstere,chun_quoit Chûn Castle, erreichen wir nach ca. 15 Minuten zu Fuss auf einer Anhöhe. Es ist ein zerfallener kreisrunder Mauerwall von ca 80m Durchmesser. Beim Eingang stehen zwei hohe Steine, die früher das Tor bildeten. Ungefähr 300m davon steht der Chûn Quoit, ein Dolmen aus 4 aufrechten Felsbrocken und einem Deckstein darüber, vermutlich eine Grabkammer.

Von diesem Hügel sieht man auch mehrere Ruinen von stillgelegten Zinnminen. Wir fahren zur Geevor-Mine. Diese war die letzte Zinnmine Cornwalls und wurde erst 1990 stillgelegt. geevor_mine_2Man kann sie besichtigen, aber wir müssen uns zuerst noch ganz wie die Bergleute mit einer Cornish Pasty stärken. Dies ist eine gebackene Teigtasche, gefüllt mit Gemüse oder Fleisch. Diese wurden früher den Bergleuten als Grundnahrungsmittel mitgegeben.

 

Der ganze Verarbeitungsprozess vom Zinnerz bis zum Zinn wird am Original erklärt. Zusätzlich wird man auch durch einen alten Stollen aus dem 18. Jahrhundert geführt.minenbesucherin Helm und Kleiderschutz sind dort nötig; man wird entsprechend ausgerüstet. Die Enge, die Dunkelheit und die harten Arbeitsbedingungen sind schon sehr beeindruckend. Man muss oft gebückt gehen und man ist froh, das Tageslicht wieder zu erreichen.

 

Nun fahren wir wieder zurück nach Penzance. Das vorzügliche Nachtessen admiral_benbow_inngibts heute im Im Admiral Benbow Inn. Das Dekor sieht dort so aus, als stamme es direkt vom Buch „Die Schatzinsel“.

 

 

 

Freitag 3. Juli 2015

Heute Morgen fahren wir bei sehr schönem Wetter ins Nachbardorf Marazion. Von dort aus gehen wir zu Fust_michels_mount_1chastle_st_michaels_mount_2ss auf die Insel St Michael’s Mount. Das kann man nur, wenn Ebbe ist, sonst müsste man mit dem Schiff fahren. Auf dieser Felseninsel steht ein Schloss, das früher ein Kloster war. Heute ist es der Familiensitz der St. Aubyns. Ein Teil des Schlosses kann man besichtigen, im anderen Teil wohnt die Familie. garden_st_michaels_mountDas Schloss besitzt einen sehr schönen sehenswerten Garten, ganz  an die Felsen geklebt. Um alles zu sehen, brauchen wir doch ca. 3 Stunden.

 

 

 

Nun fahren wir wieder zurück ins Landesinnere, um einen weiteren Dolmen zu besichtigen. Nur wenige Meter neben der Strasse steht der Lanyon Quoit, der wohl berühmteste aller Dolmen von Cornwall.lanyon_quoit
Wie ein mächtiger Tisch steht er in einer Wiese, der Zugang von der Strasse ist nur mit einer kleinen Steintreppe über die übliche Mauer zu erreichen. Es ist sehr eindrücklich, dass dies schon vor 2500 Jahren aufgebaut werden konnte.

 

Wir fahren weiter nach Mousehole. Es ist ein kleines, sehr hübsches Fischerdorf mit verwinkelten engen Gassen. Im Hafen liegen die Boote immer noch teilweise auf Sand. mouseholeEs ist aber eindrücklich, wie das Wasser in den Hafen strömt und so die Schiffe langsam wieder hebt.

 

Nun gehts es wieder der Küste nach zurück nach Penzance.
Unser Nachtessen geniessen in der The Dolphin Tavern am Hafen. Hier kommen sehr viel Ortsansässige rein, um eins zu trinken oder auch zu essen. Das Pub ist voll, wir müssen an der Bar mit einem Ale und einem Original Cornish Cider warten, bis wir einen Tisch bekommen.

Samstag 4. Juli 2015

Heute ist unser letzter Tag in Penzance. lamornaZuerst wollen wir eine weitere prähistorische Stätte anschauen, die Merry Maidens im Süden der Halbinsel. Da wir uns ein bischen verfahren, landen wir in Lamorna, einer kleinen Bucht mit ein paar Häusern und sehr vielen Steinblöcken. Diese Bucht hat sehr schönes blaues Wasser, darum ist es hier irgenwie sehr idyllisch.
Im Café erklärte man uns dann den Weg zu den Steinen, so finden wir sie auch sofort.

merry_maidensDie Merry Maidens stellen angeblich 19 Mädchen dar, die zu Stein erstarrten, weil sie an einem Sonntag tanzten. In der Nähe ist auch ein Eingang zu einer Grabkammer, genannt «Tregiffian Grave». Auch dieses ist vermutlich über 3000 Jahre alt. Nach einem Meter ist es zugeschüttet.

Wir fahren weiter nach Porthcurno, einem kleinen Dorf mit herrlichem Strand und hohen Wellen. Es wird dort fleissig auf den Wellen gesurft und es hat viele Sonnenanbeter. porthcurnoDie mutigsten wagen sich sogar ins 14°C «warme» Wasser. Unser Ziel ist eigentlich das Minack Theater.

 

 

 

minack_theaterDieses Theater entstand nach dem Vorbild eines griechischen Amphitheaters. Es wurde in fast 30 Jahren harter Arbeit von Rowena Cade, einer theaterbegeisterten Frau erbaut. Es ist in die Klippen eingebettet und das Meer bildet die Kulisse. Es wurde 1932 eröffnet, seither finden hier in den Sommermonaten regelmässig Aufführugen statt. Das Theater selbst war schon in den Filmen von Rosemund Pilcher mit dabei.

Rolf wolalte_minelte noch die Levant-Zinnmine bei Land’s End besuchen,welche die letze noch funktionierte Balancier-Dampfmaschine aus dem Jahre 1820 in Betrieb hat. Diese Maschinen wurden gebaut, um die Minien zu entwässern. Leider war die Mine am Samstag geschlossen, wir konnten nur eine benachbarte Ruine einer andern Mine anschauen.

 

landsend_wirDie Zeit konnten wir nun gut nutzen, um eine kleine Wanderung von Sennen Cove nach Land’s End zu unternehmen. Der Weg führt immer der Küste nach oberhalb der Klippen. Land’s End war aber schon geschlossen, d.h. Souvenirläden, WC, Attraktionen usw. waren zu. Einzig das Hotel-Restaurant war noch offen. Und das an einem Juli-Samstag um 17.00 Uhr!

Nach der Wanderung zurück nach Sennen Cove und derRückfahrt nach Penzance geniessen wir das Nachtessen im Restaurant gegenüber unserm Hotel.

2 Kommentare zu “Penzance

  1. Sonja meint:

    Mega interessant eui Reis, i wünsche dr gueti Erholig und freue mi Morn euch witerzverfolge,
    liebs Grüesli Sonja

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