Weiterfahrt nach Jasper

Samstag, 22. September 2018

Regen hat auch etwas Gutes, vor allem wenn es mal so richtig schüttet: Am Morgen war unser Auto, dessen Farbe noch am Abend unter dem Strassenschmutz kaum zu erkennen war, fast wieder wie neu!

Aber es regnete leider immer noch. So fuhren wir nach dem Frühstück geradezu unserem neuen Ziel entgegen und verzichteten auf den letzten grösseren Wasserfall des Parks, den Moul Falls, der vom Parkplatz mit einer etwa 20-minütigen Wanderung erreichbar gewesen wäre. Aber Wandern durch den Wald mit Regenschutz und Schirm macht keinen Spass!

So erreichten wir nach 32 km wieder das grosse Tal des North Thomson River und fuhren flussaufwärts, bis wir nach ca. 270 km auf den Yellowhead Pass abzweigen konnten. Der Regen hatte mittlerweile aufgehört, und die Fahrt dem Fluss entlang, der mal breit, dann wieder recht schmal war und der die Bahnlinie der CN einmal auf die linke, dann wieder auf die rechte Talseite zwang, war trotz der Distanz nie langweilig.

Der Yellowhead Pass ist einer der beiden Pässe, bei der die Bahn die Rocky Mountains überquert. Er ist mit 1133 m relativ niedrig, und neben dem Highway 5 führt auch die Strecke der Bahngesellschaft CN (Canadian National) darüber. Auch die Personenzuggesellschaft VIA benutzt für den Zug „Canadian“, mit dem wir knapp 3 Wochen zuvor nach Vancouver gefahren waren, diese Strecke, nur waren wir wegen der grossen Verspätung irgendwann nach Mitternacht darüber gefahren, im Schlaf.

Der Pass ist auch die Grenze zur Provinz Alberta. Damit erreichten wir eine neue Zeitzone (Mountain Time, d.h. wir mussten die Uhren 1 Stunde vorstellen). Wir sind daher „nur“ noch 8 Stunden gegenüber der Schweiz im Rückstand. Und wenige Kilometer danach kam eine Zahlstation, so wie man sie von kostenpflichtigen Autobahnen kennt: Wir fuhren in den Jasper Nationalpark ein, und das kostet. Die Strasse nach Jasper und weiter nach Edmonton führt quer durch diesen Park. Wir lösten den Zutritt für 4 Tage, weil auch die angrenzenden Nationalparks, der Banff- und der Yoho-Nationalpark, in dieser Gebühr eingeschlossen waren (diese werden wir anschliessend besuchen).

Bald auch erreichten wir Jasper, ein Sommer- und Winterferienort. Irgendwie erinnerte es uns an Arosa, mit Sport-, Souvenir- und Tourismus-Läden, dazwischen Hotels und Restaurants. Unser Hotel „Astoria“ lag gleich gegenüber des Bahnhofs an der Hauptstrasse. Dank einer Umfahrungsstrasse war dort der Verkehr nicht so gross, aber auf dem Bahnhof war eigentlich immer Betrieb: Ein- und Ausfahrende Güterzüge, von denen man das Dröhnen der Motoren der Dieselloks weit herum hörte.

Unser Zimmer war auf den Innenhof gerichtet, also ziemlich ruhig. Aber es war sehr klein: Kein Schrank, und zum Auslegen der Koffer war der Raum so knapp, dass bei geöffneten Koffern die Zimmertüre nicht mehr geöffnet werden konnt. Unsere Frage nach einem grösseren Zimmer: Hotel ausgebucht! So wurden halt jeweils morgens die Koffer gepackt und aufgestellt, und am Abend wieder geöffnet. Umständlich, aber wir gewöhnten uns daran für die 3 Nächte.

Dafür war das Restaurant „Papa George“ des Hotels so gut, dass wir gleich jeden Abend dort reservierten.

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